Nuklearmedizinische Untersuchung

Prinzip
In der Nuklearmedizin werden Organfunktionen mittels radioaktiv markierter Substanzen (Radiopharmaka) dargestellt, die in eine Vene verabreicht werden. Durch diese Untersuchung werden Funktionstörungen und krankhafte Veränderungen von Organen und Körperflüssigkeiten erkannt. Es kommen dabei Radionuklide mit einem raschen Zerfall und einer kurzen Verweildauer im Körper zum Einsatz, so daß die Strahlenbelastung für den Patienten gering gehalten werden kann.

Methodik und Gerätetechnik
Nach der Anreicherung der radioaktiven Substanz in den zu untersuchenden Organen (z.B. Skelett, Lunge, Herz, Schilddrüse usw.), wird die aus dem Körper ausgesandte Strahlung von einer sog. Gammakamera gemessen und mittels Computer zu einem Bild (Szintigramm) verarbeitet. Je nach Fragestellung der zu untersuchenden Region muß die Gammakamera eine bestimmte Zeit (ca. 5-30 Minuten) über dem entsprechenden Organ positioniert werden. Um überlagerungsfreie Bilder zu erzielen, kann die Gamma-Kamera auch um den Körper rotieren. Diese Untersuchung wird SPECT (single photonen emissions tomographie) genannt, und sie ermöglicht feinste Details einer Erkrankung zu erkennen.

Unsere nuklearmedizinischen Untersuchungen umfassen z.B.:

Skelettszintigraphie

- wird zur Diagnostik des Knochensystems durchgeführt. Dafür wird dem Patienten eine Radioaktivität in die Arm- oder Handvene injiziert.
Je nach Fragestellung zur Diagnostik, gibt es Ganzkörperskelettszintigramme oder Mehrphasenszintigramme.

Beim Ganzkörperszintigramm wird dem Patienten zum Termin nur die Spritze gegeben, danach hat er 2-3 Stunden Pause und muß entsprechend später zur Aufnahme wieder in der Praxis erscheinen. Diese Aufnahme dauert ca. 35 Minuten. Während der Pause muß 30 Minuten nach der Spritze mindestens 1 Liter (Wasser, Tee, Saft) getrunken werden. Im Laufe des Resttages sollte der Patient auch nach Verlassen der Praxis weiterhin so viel wie möglich trinken.

Beim Mehrphasenskelettszintigramm sind mehrere Zeitabläufe möglich, die entsprechend der Fragestellung erst in der Praxis festgelegt werden könenn. Die Gesamtuntersuchungszeit kann zwischen 3-4 Stunden dauern. Auch hier ist die Trinkmenge von 1 Liter erforderlich.

In beiden Fällen bitten wir Sie, die im Zusammenhang stehenden Röntgenaufnahmen, CT- oder MRT- Bilder bzw. Szintigrammvorbilder zur Untersuchung mitzubringen.

Schilddrüsenszintigraphie

- hierbei wird die Schilddrüse auf z. B. "heiße" oder "kalte" Knoten untersucht. Das Verfahren wird außerdem zur Überprüfung der Schilddrüsentherapie eingesetzt. Wartezeit nach Injektion 20 Min, Untersuchungsdauer 5 Min. Zusätzlich führen wir sämtliche Laboruntersuchungen zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion durch. Fragebogen

Myocardszintigraphie (Szintigraphie des Herzens)

- nach vorheriger Belastung mittels Fahrradergometer wird die Verteilung der Radioaktivität im Herzen untersucht. Danach erfolgt eine 3- stündige Pause. Während der gesamten Zeit sollten Sie möglichst nichts oder nur wenig (kein Fett) essen. Untersuchungsdauer 25 Min. Informationsblatt

Lungenszintigraphie

- hierbei unterscheiden wir zwischen der Untersuchung
a) der Durchblutung der Lunge
b) der Belüftung der Lunge.
Bei der ersten Untersuchung wird die Radioaktivität über eine Vene injiziert. Damit gelingt der Nachweis eines Verschlusses der Lungengefäße (Lungenembolie). Bei der zweiten Untersuchung wird die Radioaktivität über ein spezielles Gerät inhaliert. Beurteilt werden Belüftungsstörungen z.B. durch Lungenüberblähung (Emphysem) oder auch Raumforderungen (Tumore). Untersuchungsdauer 10 Min.

Nierenszintigraphie

- diese Untersuchung wird eingesetzt zur Beurteilung der seitengetrennten Nierenfunktion bei Verdacht auf Funktionsstörungen und zur Beurteilung der Nierendurchblutung z.B. bei Bluthochdruck. Untersuchungsdauer 30 Min.

Speicheldrüsenszintigraphie

- ermöglicht das Erkennen von Funktionsstörungen der Speicheldrüsen, z.B. bei (Trockenheit des Mundes (Sjögren-Syndrom) oder fragl. wiederkehrenden Schwellungen. Untersuchungsdauer 30 Min.


Zusätzlich führen wir auch andere seltenere Untersuchungen wie Szintigraphie der Nebenschilddrüse, der Leber und spezielle Entzündungsszintigraphien durch.

Vorbereitung
Nur bei der Herzszintigraphie sollten Sie nüchtern sein. Bei allen anderen Untersuchungen ist keine spezielle Vorbereitung notwendig.

Terminvereinbarung
Ein Termin ist unbedingt mit unserer Anmeldung zu vereinbaren.



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Positronen- Emissionstomographie (PET)

Prinzip
Das PET- Prinzip basiert auf den speziellen physikalischen Eigenschaften von Positronen, die bei dem Zerfall bestimmter radioaktiver Isotope freigesetzt werden und nach Vereinigung mit einem Elektron zwei "Energieteilchen" aussenden, die sich zur gleichen Zeit exakt im Winkel von 180 Grad voneinander entfernen.
Der Nachweis eines Zerfallsereignisses wird von einer PET-Kamera entweder mit Hilfe eines Scannerringes, in dem der Patient liegt, oder mittels beweglicher Detektorköpfe, die um den Patienten kreisen, registriert. Mittels eines an die Kamera angeschlossenen Computers kann so der gesamte Körper in einer einzigen Untersuchung aufgenommen werden.






Damit so ein Bild entstehen kann, kommen dabei radioaktiv markierte Substanzen (Tracer) zum Einsatz, deren Verteilung im Stoffwechsel des Körper mit einer PET-Kamera aufgezeichnet werden können, z.B. Zucker, Eiweißbausteine, DNS-Bestandteile oder auch Wasser.
Ein bei der Krebsdiagnostik mit großen Erfolg eingesetzter Tracer ist z.B. das FDG (F18-Desoxyglukose), ein mit radioaktivem Fluor markiertes Traubenzuckermolekül. Das FDG wird bis zu einer bestimmten Stufe wie normaler Traubenzucker verstoffwechselt, der wiederum einer der Hauptbrennstoffe nahezu aller Zellen des menschlichen Körpers ist. In der Krebsdiagnostik mit FDG macht man sich zunutze, daß Krebszellen, deren Wachstum entreguliert ist, einen deutlich erhöhten Traubenzucker-Verbrauch gegenüber gesunden Zellen haben. Das FDG reichert sich in den kranken, "entarteten" Zellen an und hebt sich dadurch vom umliegenden gesunden Gewebe ab. Schon Anreicherungen ab wenige Millimeter können so erkannt werden.


Therapiekontrolle mit PET bei einem Patienten mit einem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs), das in das Skelett gestreut hat.
Vor und nach der Therapie.


Eine Stunde vor der Untersuchung bekommen Sie den Tracer intravenös (in die Vene) verabreicht, der sich während der folgenden Wartezeit im Körper verteilt und das "Zielgewebe" erreicht. Danach werden Sie sorgfältig auf eine Liege "gebettet" damit Sie während der Untersuchung möglichst bequem still liegen können und die Detektorköpfe kreisen um Sie herum. Eine Untersuchung dauert je nach Fragestellung ca. 30-60 Minuten. Anschließend folgt eine gewisse Wartezeit in der die Untersuchung nachbearbeitet und die Diagnose gestellt wird. Insgesamt sollten Sie eine Zeit von ca. 3 Stunden einplanen. Sie sollten die Einrichtung während dieser Zeit nicht verlassen.




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